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	<title>josefbarth &#187; ÖH</title>
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		<title>&#8220;Ich trete aus der SPÖ aus&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Jan 2007 07:00:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jb</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Interview. ÖH-Vorsitzende Barbara Blaha über ihren Abschied von den Sozialdemokraten, einen &#8220;arroganten und selbstgefälligen&#8221; Alfred Gusenbauer und die &#8220;Zerstörung einer politisch engagierten jungen Generation&#8221;. (für profil)
profil: Sie haben bei der Angelobung gegen die Beibehaltung der Studiengebühren demonstriert. Wird Alfred Gusenbauer nach Elisabeth Gehrer zum neuen Feindbild von Studenten und Jungroten?
Blaha: Dass sich die Studierenden von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Interview. ÖH-Vorsitzende Barbara Blaha über ihren Abschied von den Sozialdemokraten, einen &#8220;arroganten und selbstgefälligen&#8221; Alfred Gusenbauer und die &#8220;Zerstörung einer politisch engagierten jungen Generation&#8221;.</strong><em> (für <a href="http://www.profil.at">profil</a>)</em></p>
<p>profil: Sie haben bei der Angelobung gegen die Beibehaltung der Studiengebühren demonstriert. Wird Alfred Gusenbauer nach Elisabeth Gehrer zum neuen Feindbild von Studenten und Jungroten?</p>
<p>Blaha: Dass sich die Studierenden von ihm verraten fühlen, ist verständlich. Wer ein so zentrales Versprechen bricht oder es in den Verhandlungen nicht halten kann, sollte den Mut und die Ehrlichkeit haben, sich zumindest zu entschuldigen &#8211; und sich nicht über Leute beschweren, die einen an seine Versprechen erinnern.</p>
<p>profil: Eine Entschuldigung erwartet sich Gusenbauer eher von den Studenten für ihre Proteste mit &#8220;kommunistischen Slogans&#8221;.</p>
<p>Blaha: Sich arrogant und selbstgefällig ins Fernsehen zu setzen und junge Menschen zu diffamieren, die den ganzen Wahlkampf über für ihn gelaufen sind, zeugt weder von politischer noch persönlicher Größe. Das ist eines Bundeskanzlers nicht würdig.</p>
<p>profil: Haben Sie wirklich gedacht, dass er die Gebühren abschafft?</p>
<p>Blaha: Ich sehe ein, dass es keine parlamentarische Mehrheit dafür gibt. So realistisch bin ich. Aber bei einem so starken Versprechen hätte ich zumindest einen Kompromiss erwartet: zum Beispiel freies Studium für die Mindeststudiendauer. Dass sein Wort aber gar nichts wert ist, hat sogar mich überrascht.</p>
<p>profil: Wie kann man als Studentenvertreterin und Sozialdemokratin dieser Linie folgen?</p>
<p>Blaha: Den Gusenbauer-Kurs kann ich nicht mittragen. Ich trete also mit heutigem Tage aus der SPÖ aus &#8211; ebenso wie die VSStÖ-Vorsitzende Sylvia Kuba. Wenn sich die SPÖ vom freien Unizugang verabschiedet, muss ich mich von ihr verabschieden. Ich bin in erster Linie den Studenten verpflichtet, und vor denen kann ich Gusenbauers Kurs nicht vertreten.</p>
<p>profil: Damit reihen Sie sich in die Legion der jungen Politikverdrossenen ein.</p>
<p>Blaha: Dutzende rote Studenten haben die Partei bereits verlassen. Eine ganze Generation von politisch engagierten jungen Leuten ist in diesen Tagen enttäuscht und zerstört. Das nehmen Gusenbauer und seine SPÖ bewusst in Kauf &#8211; meine SPÖ ist das nicht mehr.</p>
<p>profil: Nun sind zwei Tage im Monat ja nicht die Welt: Sind die Studenten so egoistisch, dass sie den Sozialarbeitsvorschlag ablehnen?</p>
<p>Blaha: Gerade wer sich Studiengebühren erarbeiten muss, muss viel dazuverdienen. Einen Sozialdienst für sechs Euro die Stunde muss man sich leisten können. Dass ein Sozialdemokrat den Ärmeren Sozialdienst predigt und den Reicheren die Möglichkeit gibt, sich davon freizukaufen, ist, höflich gesagt, eine Frechheit.</p>
<p>profil: Was erwarten Sie vom neuen ÖVP-Wissenschaftsminister Johannes Hahn?</p>
<p>Blaha: Wir hatten noch nicht das Vergnügen. Aber schlimmer als unter Gehrer kann&#8217;s ja wohl nicht werden, oder? </p>
<p><em>Interview: Josef Barth</em></p>
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		<title>Bumerang-Effekt</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Jun 2005 07:17:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jb</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ÖH-Wahlen. Erstmals in der Geschichte der heimischen Unis stellen die roten Studenten die stärkste Fraktion im Hochschulparlament &#8211; just durch das neue Wahlrecht von ÖVP und FPÖ. (für profil)
Für die Jungroten gab es kein Halten mehr. Zu hunderten skandierten sie den Namen ihrer Spitzenkandidatin Babsi Blaha, als diese nach dem &#8220;ZiB 3&#8243;-Interview im großen Partysaal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>ÖH-Wahlen. Erstmals in der Geschichte der heimischen Unis stellen die roten Studenten die stärkste Fraktion im Hochschulparlament &#8211; just durch das neue Wahlrecht von ÖVP und FPÖ.</strong> <em>(für <a href="http://www.profil.at">profil</a>)</em></p>
<p>Für die Jungroten gab es kein Halten mehr. Zu hunderten skandierten sie den Namen ihrer Spitzenkandidatin Babsi Blaha, als diese nach dem &#8220;ZiB 3&#8243;-Interview im großen Partysaal des Wiener Szenelokals Andino eintraf. Auch die Altvorderen zeigten Emotionen: SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer herzte Blaha, die Bundesgeschäftsführer Doris Bures und Norbert Darabos für einen Moment einander, und Arbeiterkammer-Präsident Herbert Tumpel wiegte sich summend im Takt des alten russischen Volkslieds &#8220;Katjuscha&#8221;. Mit glänzenden Augen sang er die &#8220;Internationale&#8221; mit, und die versammelten Studiosi stimmten das Lied der revolutionären &#8220;Arbeiter von Wien&#8221; an: &#8220;So fliege, du flammende, du rote Fahne. Voran dem Wege, den wir ziehen!&#8221;</p>
<p>&#8220;Die Demokratie hat sich gegen jene gewandt, die sie zu verhindern suchten&#8221;, tönte der SPÖ-Vorsitzende siegestrunken von der kleinen Bühne. &#8220;Das ist höhere Gewalt.&#8221; Doch der Abend gehörte einer anderen: der 21-jährigen Barbara Blaha aus Wien-Simmering, Spitzenkandidatin der nun stärksten Fraktion im Studentenparlament. &#8220;Das war die erste Umfärbeaktion, die nicht funktionierte&#8221;, rief sie stolz.</p>
<p>Obwohl mehr Studenten die Grünen und Alternativen (GRAS) und die VP-nahe Aktionsgemeinschaft (AG) wählten, fuhr der Verband Sozialistischer Studenten (VSStÖ) das beste Ergebnis seiner Geschichte ein. Und obwohl nur Dritter in der Wählergunst, besetzen durch das neue Wahlrecht, das nach Plan der Regierung die AG bevorzugen sollte, nun erstmalig in der heimischen Uni-Geschichte die roten Studenten die meisten Sitze in der Bundesvertretung. Blaha und die Grüne Rosa Nentwich-Bouchal, die die ÖH nun führen werden, müssen sich nur die Unterstützung durch drei weitere Mandatare der noch unentschlossenen Fraktionen zur Mehrheit sichern.</p>
<p>Mit diesem Ergebnis hatte niemand gerechnet. ÖVP und FPÖ hatten das Hochschülerschaftswahlrecht im vergangenen November überfallsartig geändert. Doch die Studenten machten dem einen Strich durch die Rechnung. Der Schuss ging für ÖVP und AG gleich mehrfach nach hinten los. Auf Basis des vergangenen Ergebnisses hätte die AG als Stimmenzweite durch das Wahlrecht die Mehrheit in der Bundesvertretung errungen. Anstelle der schwarzen sind es nun rote Studiosi, die vom neuen Modus profitieren (siehe Grafik).</p>
<p>Unbequeme Linke. Durch die Abschaffung der bundesweiten Stimmzettel mussten die Studenten bei der Wahl der lokalen Uni-Vertretungen entscheiden, wen sie stärken wollen: Aktionsgemeinschaft und Fachschaftslisten, damit diese auf lokaler Ebene mit Skripten- und Administrationsservice den Uni-Alltag bequemer machen; oder linke Fraktionen, damit diese die Mehrheit auf Bundesebene behalten und für Ministerin Gehrer unbequem bleiben.</p>
<p>Die einzelnen Unis wurden durch das neue Wahlrecht zwar massiv gestärkt &#8211; so wie es die Regierung vorgeblich wollte. AG und Listen brachen aber sogar in ihren Hochburgen ein &#8211; und das dürfte nicht im Sinne der Erfinder gewesen sein. An der Wirtschaftsuni konnte die AG nur knapp ihre Absolute halten, an der tiefschwarzen Montanuni Leoben erreichten die Roten aus dem Stand mehr als 30 Prozent. Ähnlich wie die Grünen an der Technischen Uni Wien: Mehr als 20 Prozent luchste die GRAS beim erstmaligen Antritt der Fachschaftsliste ab, die bis dahin nahezu mit Zweidrittelmehrheit regierte.</p>
<p>Schlussendlich hat die schwarz-blaue Gesetzesnovelle nicht nur der AG nicht genützt, sondern vor allem auch der Regierung geschadet. In den vergangenen Jahren hatten es die ÖH-Wahlen meist nur durch die geringe Wahlbeteiligung in die Schlagzeilen geschafft. In Kernpunkten, wie den Studiengebühren, rannten linke Studentenvertreter beim Ministerium ohnehin immer gegen die Wand. Mit der umstrittenen Wahlrechtsänderung mobilisierte Elisabeth Gehrer die Studentenschaft gegen sich und die Regierung &#8211; und holte sich ohne Not an einem unbeachteten Nebenschauplatz eine blutige Nase.</p>
<p>Gehrer würdigt zähneknirschend den Mobilisierungseffekt des Gesetzes: &#8220;Es ist sehr positiv, wenn so viele Studenten das Wahlrecht genützt und sich damit aktiv für Verantwortung entschieden haben.&#8221;</p>
<p>Nur ein Kalkül der schwarz-blauen Gesetzesinitiative ging auf: Der Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) schaffte ein Bundesmandat. Die Hürde der nach neuem Wahlrecht nur nötigen 1000 Stimmen schafften die Jungblauen ganz knapp.</p>
<blockquote><p><strong>Vom Arbeiterkind zur Studentenvertreterin</strong></p>
<p>Die künftige rote ÖH-Chefin:<br />
<strong>Barbara Blaha, 21</strong></p>
<p>Barbara Blaha weiß, was sie will. Und was sie nicht will. Im Alter von 13 Jahren gründet die nunmehrige Germanistik-Studentin an ihrem Gymnasium eine mehrfach ausgezeichnete Schülerzeitung. &#8220;Irgendwann dachte ich: Motzen allein ist zu wenig, man muss selbst was tun.&#8221; Sie wird Schulsprecherin, geht in die Landesschülervertretung und zur SP-nahen Aktion Kritischer Schüler (AKS). Der Weg zum VSStÖ war vorgezeichnet.</p>
<p>Die Herkunft prägt politisch: Die Zweitälteste von sieben Geschwistern aus Wien-Simmering ist die Erste ihrer Familie, die ein Studium absolviert &#8211; für ihre Eltern war nach der Pflichtschule Schluss. Seit dem Tod ihrer Mutter vergangenes Jahr kümmert sich die Stipendienbezieherin mit ihrem Stiefvater und der älteren Schwester um die übrigen Kinder. In die Bundespolitik will sie nicht: &#8220;Ich glaube, man muss zu viel opfern: einen Teil des Privatlebens, einen Teil der Freunde &#8211; und früher oder später einen Teil seiner Ideale.&#8221;</p></blockquote>
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		<title>Vorlesung in Machtpolitik</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Nov 2004 09:44:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jb</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Universitäten. Überfallsartig ändert die Regierung das Gesetz für die Hochschülerschaftswahlen. Profiteure sind einmal mehr die VP-Vertreter. (für profil, mit Ulla Schmid)
Kurt Grünewald hat die Unterredung in wirklich angenehmer Erinnerung: Angeregt haben er und die Bildungsministerin über diverse Aspekte der Universitätspolitik geredet, und natürlich wurde auch das Hochschulgesetz nicht ausgespart. Der grüne Bildungssprecher möge sich keine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Universitäten. Überfallsartig ändert die Regierung das Gesetz für die Hochschülerschaftswahlen. Profiteure sind einmal mehr die VP-Vertreter. </strong><em>(für <a href="http://www.profil.at">profil</a>, mit Ulla Schmid)</em></p>
<p>Kurt Grünewald hat die Unterredung in wirklich angenehmer Erinnerung: Angeregt haben er und die Bildungsministerin über diverse Aspekte der Universitätspolitik geredet, und natürlich wurde auch das Hochschulgesetz nicht ausgespart. Der grüne Bildungssprecher möge sich keine Sorgen machen, beruhigte Elisabeth Gehrer, es werde bei der Reform der Hochschülerschaft (ÖH) keinen Regierungsentwurf ohne Mitsprache der Studentenvertreter und aller Parteien geben. Das Schlimmste habe sie ohnehin schon abgedreht: die Abschaffung der ÖH-Pflichtmitgliedschaft, wie sie die FPÖ gefordert hatte.</p>
<p>Fünf Wochen später kam es dann anders. &#8220;Überfallsartig&#8221; (Grünewald) knallten die Bildungssprecher von ÖVP (Gertrude Brinek) und FPÖ (Ilse Achleitner) der Opposition vergangenen Mittwochabend einen entsprechenden Entwurf vor, der nichts Geringeres als die Abschaffung der politischen Studentenvertretung vorsieht. Und das schon bei den nächsten Wahlen im Mai 2005. Der Vorstoß kam noch dazu als parlamentarischer Initiativantrag, soll heißen: Eine Begutachtung durch die relevanten Gruppen ist nicht vorgesehen.</p>
<p>Die Ausgliederung der Universitäten, sagt Brinek, habe diese &#8220;Strukturänderung&#8221; notwendig gemacht. Doch wie bei so vielen &#8220;Strukturänderungen&#8221; der Regierung gewinnt einmal mehr die ÖVP.</p>
<p>Und das geht so: Bisher konnten die Studenten ihre Stimmen splitten. Eine Stimme für die Universitätsvertreter an den einzelnen Unis, also für jene, die für einen reibungslosen Vorlesungsablauf und Skriptennachschub sorgen; eine Stimme für die bundesweite politische Vertretung, das Studentenparlament, das dem Ministerium in Hochschulfragen die Stirn bietet. Dieses ist derzeit grün-rot dominiert.</p>
<p>Die zweite Stimme wird nun ersatzlos gestrichen. Die Mandatare für das Studentenparlament sollen künftig von der Universitätsvertretung entsendet werden &#8211; und damit kommen durch die neue Wahlordnung mehrheitlich konservative Studentenvertreter zum Zug.</p>
<p>&#8220;Damit werden die Studentenvertreter zu reinen Skriptenproduzenten degradiert&#8221;, ärgert sich Grünewald. SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal denkt ähnlich: &#8220;Eine politische ÖH, die sich gegen das finanzielle Aushungern der Universitäten wehrt, wird durch brave Fachschaftsvertreter ersetzt.&#8221;</p>
<p>Wenig überraschend, dass ausgerechnet die VP-nahe Aktionsgemeinschaft Applaus spendet: Der Entwurf entziehe der ÖH &#8220;den Boden für ihre gesellschaftspolitischen Aktionen&#8221;, künftig könne man sich an den Unis wieder mehr um die &#8220;wesentlichen Anliegen der Studenten&#8221; kümmern, sagt Bundesobmann Christoph Marx.</p>
<p>Damit stehen die Konservativen aber ziemlich allein da. Sogar die &#8220;Fachschaftslisten&#8221;, durchaus Gewinner der neuen Wahlordnung, lehnen das Konzept großteils ab.</p>
<p>Empört sind die Koalitionsvertreter der Grünen und Alternativen Studenten (GRAS) und der Verband Sozialistischer Studenten: GRAS-Vorsitzende Barbara Wittinger meint, mit diesem Entwurf werde die ÖH &#8220;mundtot&#8221; gemacht. VSStÖ-Chefin Patrice Fuchs wirft der Ministerin vor, sie schaffe sich &#8220;kritische Stimmen vom Hals&#8221;.</p>
<p>Es ist vor allem die Vorgangsweise von ÖVP und FPÖ, an der sich die Opposition im hohen Haus stößt. In den vergangenen Wochen war aus dem Ministerium signalisiert worden, es werde &#8220;wahrscheinlich&#8221; nur zu geringen Anpassungen im Gesetz kommen.</p>
<p>Gehrer spielt den Ball von sich weg. Mit diesem Entwurf habe das Ministerium nichts zu tun. Inhaltlich stehe sie aber &#8220;voll&#8221; hinter Brinek.</p>
<p>Diese wieder will die Aufregung nicht verstehen: &#8220;Ich weiß nicht, warum man der ÖVP immer unterstellen will, sie färbe politisch um.&#8221;</p>
<p>Weil, kontert Grünewald, &#8220;diese Aktion nahtlos an andere Schamlosigkeiten von politischer Umfärbung anschließt&#8221;.</p>
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		<title>&#8220;Typisch Uni&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Oct 2004 08:09:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jb</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Uni-Reportage. Nach drei Jahren Studiengebühren herrscht in der Universitäts-Hauptstadt Wien Resignation. Wer hier studiert, lernt mit dem Frust zu leben. Wer hier lehrt, sich auszubeuten. (für profil)
Es kam, wie es kommen musste. Weil es eigentlich immer so kommt. &#8220;Error&#8221; &#8211; viel mehr hatte der Computer Barbara Dolschak nicht zu sagen. Die 26-jährige Volksschullehrerin hatte sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Uni-Reportage. Nach drei Jahren Studiengebühren herrscht in der Universitäts-Hauptstadt Wien Resignation. Wer hier studiert, lernt mit dem Frust zu leben. Wer hier lehrt, sich auszubeuten.</strong><em> (für <a href="http://www.profil.at">profil</a>)</em></p>
<p>Es kam, wie es kommen musste. Weil es eigentlich immer so kommt. &#8220;Error&#8221; &#8211; viel mehr hatte der Computer Barbara Dolschak nicht zu sagen. Die 26-jährige Volksschullehrerin hatte sich den frühen Vormittag am Montag vergangener Woche freigehalten, um sich für vier Vorlesungen in ihrem nebenberuflichen Spanisch-Studium an der Uni Wien anzumelden. Via Internet, wie zu Semesterbeginn üblich.</p>
<p>Innerhalb von wenigen Minuten, nämlich dann, wenn die Anmeldeseiten freigeschalten werden und sich die Studenten für ihre Lehrveranstaltungen eintragen, entscheidet sich, ob, was und wie viel ein Student im kommenden Semester studieren darf. Wie zu Semesterbeginn dabei aber auch üblich, waren die Datenleitungen zur Uni Wien wieder völlig verstopft. Es folgte, was immer folgt: eine kurze Phase der Panik. Dolschak ging zum Notfallplan über. &#8220;Ich hab alle meine Freunde angerufen, dass die versuchen sollen, mich anzumelden.&#8221; Es klappte zum Teil. In drei Vorlesungen konnte sie Plätze ergattern, eine blieb ihr versagt. &#8220;Man soll ja nicht unzufrieden sein&#8221;, sagt sich die 26-Jährige. &#8220;Aber wenn nicht einmal die Anmeldung klappt, weiß ich nicht genau, wofür ich 378 Euro Studiengebühren zahle.&#8221;</p>
<p>*</p>
<p>In der EDV-Administration weiß man das auch nicht, oder nicht genau. &#8220;Ich verstehe die Studenten schon&#8221;, sagt ein Techniker. &#8220;Die haben Angst, dass sie nicht in die Vorlesung kommen, wenn sie sich nicht um Punkt 8 Uhr anmelden, wenn die Anmeldung freigeschalten wird. Aber die sitzen dann ab 7.58 Uhr vorm PC, klicken x-mal auf die Buttons und prügeln damit unsere Server nieder. Die Hardware, die das aushält, ist noch nicht erfunden.&#8221; Klar, dass es dann auch zu Gesamtabstürzen kommen kann. Endgültig gelöst wäre das Problem nur, wenn die Institute mehr Lehrveranstaltungen einplanten. Dann wäre der Andrang nicht so groß.</p>
<p>*</p>
<p>Planen kann Ibrahim Elmadfa aber schon lange nicht mehr. Die wenigen Lehrveranstaltungen, die er als Vorstand des Instituts für Ernährungswissenschaften ins Vorlesungsverzeichnis stellt, muss er unter &#8220;Maßgabe der vorhandenen Räume&#8221; anbieten. Heißt: kein Raum, keine Übungen. &#8220;Wir haben zwei Laborräume mit Platz für jeweils zehn Personen, in die aber 250 Studenten drängen&#8221;, sagt der Wissenschafter. &#8220;Ich würde ja gern mehr Lehrveranstaltungen anbieten, aber die Raum- und Personalkapazitäten reichen nicht aus. Sie sind ungerecht verteilt an der Uni.&#8221; Rektor Georg Winckler habe ihm versprochen, sich um mehr Platz zu bemühen, aber &#8220;da spießt es sich&#8221;. Und Elmadfa selbst ist der einzige Professor, den es am Institut für 2600 Studenten gibt &#8211; unterstützt nur durch sechs Assistenten. Auch dafür hat der Rektor nun Abhilfe versprochen: Immerhin soll jetzt ein weiterer Professor verpflichtet werden.</p>
<p>*</p>
<p>Die Medizin-Uni hat das Platzproblem auf ihre eigene Art gelöst. Damit die Massen von Studenten nicht in den zweiten Abschnitt drängen, müssen sie die heftig umstrittene &#8220;Summative Integrierte Prüfung&#8221; (SIP) ablegen. Eine Knock-out-Prüfung, wie die Österreichische Hochschülerschaft kritisiert. Vergangenes Jahr fiel ihr auch Barbara F. (Name von der Redaktion geändert) zum Opfer. Beim zweiten Antritt war sie unter den Top 20 von 250 Studenten und trotzdem negativ. Das Mädchen lebte nur noch für die Uni, soziale Kontakte reduzierte sie auf null. Sie schaffte es &#8211; und muss nun dennoch ein Jahr warten! &#8220;Das ist eine Sauerei.&#8221; Sie darf keine Lehrveranstaltung besuchen, muss aber für das ganze Jahr Studiengebühren zahlen, damit sie auf der Warteliste bleibt. Das kostet sie Studien- und die Familienbeihilfe, auf die sie eigentlich Anspruch hätte. Würde ihr das Rektorat zumindest bestätigen, dass die 21-Jährige wegen &#8220;erschwerter Studienbedingungen&#8221; nicht weitermachen kann, würde sie Familienbeihilfe bekommen. Doch die Medizin-Uni weigert sich.</p>
<p>*</p>
<p>Auch Brigitte Zumtobel kämpft mit der Uni-Organisation. Seit knapp eineinhalb Jahren wartet die Studentin der Vergleichenden Literaturwissenschaften auf drei Zeugnisse &#8211; sprich: auf den amtlichen Zettel, der ihr bestätigt, brav gelernt und drei Prüfungen bestanden zu haben. &#8220;Da hat sich seit Einführung der Studiengebühren nichts geändert. Das ist einfach typisch Uni&#8221;, sagt sie. An der Stipendienstelle machte man ihr wegen der fehlenden Leistungsnachweise bereits Schwierigkeiten, auch die Halbwaisenrente ist sie im Begriff zu verlieren. &#8220;Auf Dauer ist das kein Zustand&#8221;, ärgert sich die 25-jährige Studentin. &#8220;Das ist nicht nur eine Unannehmlichkeit. Wenn die Verantwortlichen auf der Uni so lange brauchen, um die Zeugnisse auszustellen, steht einfach meine ganze Existenz auf dem Spiel.&#8221;</p>
<p>*</p>
<p>&#8220;Wir können nicht mehr als arbeiten&#8221;, sagt Klaus Lojka. &#8220;Einige Kollegen haben bis zu eintausend Prüfungs- und Übungsarbeiten im Semester zu korrigieren. Da ist es zwangsläufig so, dass Zeugnisse sehr spät kommen&#8221;, sagt der Assistenzprofessor an der Publizistik. Die Eckdaten des Instituts, dem sogar Ministerin Elisabeth Gehrer attestiert, überlaufen zu sein: 5300 Studenten, 3400 davon noch in der alten Studienordnung, die bis 2009 fertig werden müssen. Lojka: &#8220;Vorsichtig gerechnet sind das zumindest 500 bis 600 Diplomarbeiten, die wir pro Jahr betreuen sollen &#8211; das ist ein Irrsinn.&#8221; Dabei produziert die Publizistik, höchst effizient mit minimalem Personal, rund 300 Akademiker jährlich. Die Probleme pflanzen sich fort: Das neue Bakkalaureatsstudium war für 900 Studenten konzipiert und ist &#8211; nach nur einem Jahr &#8211; mit rund 1500 schon wieder übervoll. Lojka in Richtung Rektor Georg Winckler: &#8220;Ich frage mich nur, wo es mehr kracht: am Vermögen der Uni oder am Unvermögen der Uni-Leitung.&#8221; Ohnehin beuten sich viele Assistenten selbst aus: Je mehr Studenten sie betreuen, umso weniger können sie forschen. Und wer keine Ergebnisse zu publizieren hat, kriegt Probleme bei Beförderungen oder der Verlängerung seines Vertrags. Lojka: &#8220;Das ist ein leistungsfeindliches System.&#8221;</p>
<p>*</p>
<p>Das sieht auch Alex Fleischmann so. Der Student der Internationalen Betriebswirtschaft an der Uni Wien studierte ein ganzes Jahr in Helsinki und belegte fremdsprachige Vorlesungen auf Englisch, Schwedisch und Französisch. Zurück in Wien, gibt es aber nichts als Schwierigkeiten mit der Anrechnung. Er habe, laut heimischen Vorschriften, zu wenige Vorlesungen auf Englisch im Inland abgelegt. Seine Alternativen: Entweder er verfasst seine Diplomarbeit nun auf Englisch, oder er wiederholt eine &#8211; schon in deutscher Sprache abgelegte &#8211; Prüfung noch einmal in englischer Sprache. &#8220;Das ist reine Schikane. Man wird bestraft, dass man ins Ausland geht und nicht in Wien bleibt.&#8221;</p>
<p>*</p>
<p>Wien ist einfach anders. An der Chemischen Fakultät der TU Wien wurde mit einer brillanten österreichischen Forscherin verhandelt, die lange Zeit in den USA unterrichtet hatte. Das Problem: Der Chemie fehlt ein ganzes Haus. Ein alter Trakt wurde wegen Baufälligkeit abgerissen, für den neuen gibt es kein Geld. &#8220;In dem Haus, in dem wir jetzt untergebracht sind, schrammen wir ständig an den Sicherheitsauflagen entlang &#8211; an der Grenze der Legalität&#8221;, sagt Johannes Fröhlich, Dekan der Technischen Chemie. Als die vermeintliche neue Kollegin die Zustände sah, machte sie kehrt. Back to the USA. &#8220;Es ist leicht zu sagen, wir sollen die heimischen Forscher aus dem Ausland zurückholen. Aber uns in der ersten Reihe nur die Daumen zu drücken und dabei zusehen, wie im Circus maximus die Gladiatoren mit untauglichen Mitteln ihre missliche Situation zu bewältigen versuchen, ist zu wenig.&#8221;</p>
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